Protestschilder gegen die Aids-Politik der bayrischen Regierung
Protestschild gegen die Aids-Politik der bayerischen Regierung, „Condome statt Gauweiler Pogrome“
Holzleisten mit Papier bespannt, 1987
Münchner Stadtmuseum, Reproduktion
Protestschild gegen die Aids-Politik der bayerischen Regierung, „Hey Bayern! Hast du schon vergessen?“
Sperrholzplatte mit Papier tapeziert, 1987
Münchner Stadtmuseum, Reproduktion
Protestschild von Mahnwache gegen die Aids-Politik, „H. Zehetmaier, Bay. Unterrichtsminister, 1987: Diese Randgruppe muß ausgedünnt werden, weil sie naturwidrig ist."
Pappe, bestrichen, 1987
Münchner Stadtmuseum, Reproduktion
Den Beginn der Aids-Krise Anfang der 1980er Jahre prägte Unwissenheit darüber, was die Krankheit verursacht und wie sie sich überträgt. Klar war nur: Sie betraf vor allem junge, schwule Männer und verlief tödlich.
Bald wurde Peter Gauweilers repressive Politik als größere Bedrohung wahrgenommen. Anstelle von Aufklärung und Prävention setzte der Münchner Kreisverwaltungsreferent und spätere Staatssekretär im bayerischen Innenministerium auf Razzien und strenge Auflagen für schwule Begegnungsorte. Kondome auszulegen war verboten, da es als Aufforderung zur Unzucht galt. Als Gauweiler einen Maßnahmenkatalog ankündigte, der unter anderem Meldepflichten, Berufsverbote und Zwangstests vorsah, gründeten mehrere schwule Gruppen das Bündnis Aktion Wehrt Euch.
Das Bündnis rief 1987 zu zwei großen Demos und Mahnwachen auf. Info-Veranstaltungen und Flyer-Aktionen sensibilisierten die Öffentlichkeit für die teils menschenverachtenden Pläne. Der Widerstand konnte verhindern, dass der Maßnahmenkatalog in vollem Umfang umgesetzt wurde.