Zusammenschnitt von DJ- und VJ-Sets aus dem Technoclub Harry Klein

2020–2023
Harry Klein Gaststättenbetriebs GmbH & Kleinharry GmbH

Das Harry Klein war eine Institution des Münchner Nachtlebens und bot während seines Bestehens mehr als 3.000 DJs und Künstler*innen Auftrittsmöglichkeiten. Diese stammten zum Großteil aus der Region München, das Booking großer renommierter Acts lag nicht im Fokus.

Das Harry Klein stand für „Ekstase mit Haltung“, wie es die Süddeutsche Zeitung einmal beschrieb. Der Club sprach sich nicht nur offen gegen Rassismus, Homophobie und Transphobie aus, sondern nahm mit dem Festival „Marry Klein“ ab 2006 schon früh das Thema Gendergerechtigkeit in der Club- und Popkultur in den Blick. 

Beispielsweise achtete das Harry Klein bis zu seiner Schließung beim Booking der Künstler*innen auf eine ausgeglichene Geschlechterquote. Die queere Veranstaltungsreihe „Garry Klein“ war ein zentraler Treffpunkt für die Münchner LGBTIQ*-Community. Diese wird seit der Schließung des Harry Klein im Club Rote Sonne fortgeführt.

Mit dem Begriff Visual Jockey (VJ) werden, in Anlehnung an den Begriff Disc Jockey (DJ), Videokünstler*innen beschrieben, die in Clubs und bei Musikveranstaltungen das musikalische Programm optisch begleiten. Insbesondere im Zuge der Entwicklung der elektronischen Musik entfaltete sich das VJing zu einer eigenen Kunstform.

Um das Hörerlebnis zu erweitern, werden dabei mithilfe spezieller Software sowie analoger und digitaler Videotechnik visuelle Inhalte (Visuals) animiert, bearbeitet und neu kontextualisiert. Sie erweitern die musikalischen Darbietungen und erzeugen eine auf die Musik abgestimmte visuelle Atmosphäre. 

Bereits im Technoclub Ultraschall (1993–2003) spielte das Zusammenwirken von Ton und Bild eine wichtige Rolle. Verschiedene Akteur*innen nutzten das Harry Klein als Experimentierfeld und konnten sich durch ihre Arbeit im Club in ihrer Videokunst professionalisieren.