Altes Dirndlkleid aus München

Altes Dirndlkleid aus München

Seidentaft und Baumwolle, um 1835
Münchner Stadtmuseum

Die Frage nach einer Originaltracht Bayerns oder auch nur Oberbayerns lässt sich schwer beantworten. Blau oder rot karierte Hemden gehörten sicher nicht dazu. Nach der Erhebung Bayerns zum Königreich erschien 1836 ein Buch, in dem sich Bilder von Männern, Frauen und Kindern in den Kleidern der nunmehr acht Landesteile finden. Verbindliche Regelungen zur Tracht sind daraus aber kaum abzuleiten.

Die älteste Frauentracht, die sich im Münchner Stadtmuseum erhalten hat, stammt aus dieser Zeit. Sie besteht aus einem roten Rock mit Oberteil, einem Mieder, einer Schürze und einem Schultertuch. Dazu wurde als Kopfbedeckung eine sogenannte Riegelhaube getragen. 

Bevor Dirndl und Lederhose am Ende des 19. Jahrhunderts zur nationalen Gewissenskleidung geworden waren, diente die Tracht dem Ausweis nicht nur der regionalen, sondern vor allem der ständischen Herkunft.

Farbfotografie, Hochformat. Zu sehen ist ein Dirndlkleid auf einer Figurine vor dunklem Hintergrund. Das Kleid wurde aus himbeerrotem Seidentaft genäht und besteht aus einem weiten bodenlangen Rock und einem Mieder mit Rüschen.