Vom Luise-Kiesselbach-Platz über die Autobahn in den Süden

Fotografien, Johann Georg Mitterer, 2024 
Münchner Stadtmuseum

Die Frauenrechtlerin Luise Kiesselbach (1863–1929) ist in München aus Staumeldungen bekannt. Über den nach ihr benannten Platz heißt es im Autoradio: „Hier brauchen Sie“, nein, „hier braucht ihr heute zwölf Minuten länger“, ehe wieder Dudelmusik aus den 1980er Jahren folgt, Phil Collins und Whitney Houston. Das Verkehrskonzept scheint auch aus dieser Zeit zu sein. 

Der Luise-Kiesselbach-Platz bildet eine gestaltlose Fläche aus vielspurigen Straßen, Ampelmasten, Verkehrsschildern, Tunneleinfahrten und ordentlich gehegten Grünstreifen. Vor allem an den Wochenenden ist viel los, wenn die Ausflügler*innen vom Skifahren, vom Wandern in den Bergen oder von den Seen heimkommen. Der Platz übernimmt die wichtigste Verteilerfunktion im Südwesten. Er ist ein Stresstest des Urbanen, das Nadelöhr der Freizeit.

Bei Föhnwind sieht man die bayerischen Alpen.